Dezentrale Flexibilitäten, dynamische Tarife und die intelligente Verknüpfung von Netz und Gebäude werden zum zentralen Hebel, um mehr erneuerbare Energie sicher und wirtschaftlich ins Verteilnetz zu integrieren. Die Schnittstelle zwischen Netz und Gebäuden, die intelligente Steuerung und die zuverlässige Integration von Gesamtsystemen stehen im Zentrum der Arbeit von SmartGridready.
In diesem Infoletter zeigen wir, wie wir mit Grid Interface, Gebäudelabel, EMS-Label und unseren Workshops konkret dazu beitragen – und wo Sie sich einbringen können.
Freundliche Grüsse
Stefan Minder - Leiter Geschäftsstelle SmartGridready
PS: Gerne dürfen Sie diese Inhalte weiterleiten. Interessierte können sich hier für den Infoletter anmelden.
Dezentrale Flexibilitäten als zentraler Schlüssel
Dezentrale Flexibilitäten entwickeln sich zu einem zentralen Baustein der Schweizer Stromzukunft. Wenn Produktion und Verbrauch im Verteilnetz intelligent aufeinander abgestimmt werden, kann deutlich mehr PV-Strom sicher und mit geringerem Netzausbau integriert werden. Wärmepumpen, Speicherbatterien, Boiler und Elektroautos werden so von passiven Verbrauchern zu aktiven Flexibilitätsressourcen, die helfen, Lastspitzen zu glätten und das Netz zu stabilisieren.
Die PV-Tagung 2026 hat aufgezeigt, wie PV-Anlagen in Kombination mit Batteriespeichern, Wärmepumpen und Elektromobilität dank Flexibilitätsnutzung vom potenziellen Problem (Rückspeisespitzen und lokale Überschüsse am Mittag) zum Teil der Lösung werden. Besonders auf den unteren Netzebenen 6 und 7, wo Prosumer, Quartierlösungen und Areale angeschlossen sind, entscheidet intelligentes Flexibilitätsmanagement darüber, ob lokale Netze überlastet werden, oder ob die bestehende Infrastruktur länger ausreicht und lediglich gezielt ausgebaut werden muss.
Dynamische Tarife: Wir harmonisieren netzdienliche Flexibilitäten
Dynamische Stromtarife sind in ersten Versorgungsgebieten Realität. Sie setzen Preisanreize für netzdienliches Verhalten. 6 der 7 dynamischen Tarife in der Schweiz sind bereits SmartGridready und erfüllen damit die Anforderungen des VSE. SmartGridready bietet dafür eine Tarif-Plattform und neu eine Open-API-Spezifikation, welche die Empfehlungen des VSE vollständig abdeckt. Zudem arbeiten wir an einem einheitlichen Schnittstellenprofil (Grid Interface) zur netzdienlichen Abregelung grosser PV-Anlagen.
Unzählige EMS, keine Transparenz. Das ändert das SmartGridready EMS-Label. Es definiert Anforderungen an Energiemanagementsysteme, damit diese den künftigen Anforderungen an Flexibilitätsmanagement im Gebäude genügen. Nach der ersten Stakeholder-Vernehmlassung werden die Kriterien aktuell geschärft und priorisiert. In einem nächsten Schritt plant SmartGridready gemeinsam mit seinen Forschungspartnern Tests, um die Praxistauglichkeit der Kriterien zu überprüfen und sicherzustellen, dass EMS-Lösungen die geforderte Funktionalität tatsächlich erfüllen.
Sie wollen mehr zum aktuellen Stand des EMS-Labels erfahren oder sich in den Prozess einbringen?
Im Frühjahr 2026 fand der fünfte SmartGridready VNB-Workshop statt. Mit gut 40 Teilnehmenden wurden Themen rund um Flexibilitätsnutzung und die Kriterien des EMS-Label diskutiert. Der nächste Workshop findet am 26. Oktober 2026 an der BFH in Burgdorf statt (für SGr-Mitglieder kostenlos).
An der Generalversammlung 2026 wurden Krispin Romang (Direktor Swiss eMobility) und Matthias Egli (Geschäftsführer Swissolar) neu in den Vorstand von SmartGridready gewählt. Mit ihrer Expertise und ihrem Netzwerk helfen sie uns, die Energiewende voranzutreiben. Willkommen!
SmartGridready parle aussi français
SmartGridready verfügt über eine Ansprechperson in der Westschweiz: Geoffrey Orlando verstärkt unser Team in der Romandie. Er ist ausgewiesener Experte für Elektromobilität, Smart Charging und Smart Grids und bringt langjährige Erfahrung aus Projekten zu Ladeinfrastruktur, Microgrids und der Integration von E-Mobilität ins Energiesystem mit.